Transparentes Museum – Die Hamburger Kunsthalle gewährt Einblicke hinter die Kulissen

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Liebermanns Gemälde „Die Birkenallee im Wannseegarten nach Westen“ mit originalem, vom Künstler patiniertem Rahmen.

Mit der Wiedereröffnung der Hamburger Kunsthalle wurde diese um einen weiteren spannenden Bereich erweitert. Im transparenten Museum haben die Besucher nun die Möglichkeit Einblicke hinter die Kulissen eines Museums – und hinter die Rahmen- zu erhalten. Denn neben Sammeln, Forschen, Bewahren und Vermitteln gehört auch die Beschäftigung mit den Bilderrahmen zu den Aufgaben eines Museums. Während die Vorderseite des Rahmens wichtig für die ästhetische Wirkung des Bildes ist und es in seinem zeitlichen und räumlichen Entstehungskontext verortet, bietet die Rahmenrückseite wichtige Auskünfte über die Provenienz eines Gemäldes. Stempel, Etiketten und Beschriftungen liefern Hinweise über ehemalige Besitzer und Ausstellungsteilnahmen und tragen so entscheidend zur Erforschung eines Werkes bei.

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DIE KUNST DER OPTIMALEN RAHMEN

Die Frage „Was ist ein optimaler Rahmen?“ beschäftigt das Team von WERNER MURRER RAHMEN tagtäglich. Gerade bei Papierarbeiten steht bei der Auswahl des Rahmens aber nicht nur die ästhetische Einheit von Bild und Rahmen im Vordergrund: Die Rahmen müssen konservatorischen Standards entsprechen ohne dabei aber ihre Funktionalität und Authentizität einzubüßen. Das ist keine leichte Aufgabe! In Zusammenarbeit mit HALBE und ArtGuardian ist es nun gelungen ein Rahmensystem zu entwickeln, das alle Anforderungen an einen „optimalen Rahmen“ erfüllt: Der Halbe Protect-Magnetrahmen bietet ideale konservatorische Bedingungen und vereinfacht das Einrahmen und Wechseln empfindlicher Grafiken. Das integrierte ArtGuardian System erfasst zudem kontinuierlich Temperatur, relative Feuchte und Bestrahlung im Inneren des Rahmens – und das auch beim Transport! All dies verbirgt sich hinter einem Zierrahmen von WERNER MURRER RAHMEN, der entsprechend dem Stil und der Epoche des jeweiligen Werks ganz individuell angepasst werden kann und es so optimal zur Geltung bringt.

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Munch : Van Gogh

Der Chemiker Miche-Eugène Chevreul schrieb 1839: „Jeder Künstler täte gut daran, seinem Bild selber die Rahmung zu wählen, die sich am besten für eine richtige Präsentation eignet.“ Viele Künstler des 19. Jahrhunderts folgten seinem Rat und bezogen ihre Rahmen immer mehr in die künstlerische Gestaltung mit ein. Zwei besonders prominente Beispiele von Künstlerrahmen sind Vincent van Goghs gelb bemalter Rahmen seines Stilllebens mit Trauben, Birnen und Zitronen aus dem Jahr 1887 und Edvard Munchs Rahmen um sein Werk Metabolismus aus dem Jahr 1899, der vom Künstler mit geschnitzten Reliefs versehen wurde.

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Wie Phoenix aus der Asche: Georg Phillip Wörlen
Museum moderner Kunst Passau

Zwei Bildern von Georg Philipp Wörlen im Museum Moderner Kunst Passau fehlten die Rahmen. Die besondere Herausforderung lag darin, die neuen Rahmen in Ausfertigung und Erscheinung möglichst nah an die Originale aus den Zwanziger- und Vierzigerjahren heran kommen zu lassen. Deshalb galt es zu beachten, dass sich Wörlens Stil während seines Schaffens stark veränderte.

In Zusammenarbeit mit der Diplomrestauratorin Julia Schmidt und dem Museum stellten wir handgefertigte Rekonstruktionen der originalen Künstlerrahmen her. Nicht nur Material und Form, auch den schwarzen Lack für das Gemälde aus Wörles expressionistischer Phase der 1920er prüften wir in der direkten Gegenüberstellung. Nun können seine farbenfrohen Werke ab November 2015 in der Ausstellung ihre volle Kraft entfalten.

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Egon Schiele und die Hoffmannleiste

Im Briefverkehr Schieles finden sich drei von ihm selbst gezeichnete Rahmenprofile. Bei den Profilzeichnungen aus den Jahren 1916 und 1917 handelt es sich um eine sogenannte „Hoffmannleiste“. Josef Hoffmann entwarf zwar zahlreiche Rahmenprofile, doch vor allem die einfache, nach ihm benannte Hoffmannleiste setzte sich bei den österreichischen Künstlern durch. Der gelängte Halbrundstab, der in seiner Form auf das Wesentlichste reduziert ist, steht im starken Kontrast zu den opulenten Goldrahmen, die im 19. Jahrhundert noch vorherrschend waren. Zahlreiche Gemälde Schieles sind noch heute mit einer originalen Hoffmannleiste gerahmt und auch auf fotografisch festgehaltenen Ausstellungsansichten sowie in zeitgenössischen Beschreibungen taucht die schmale Leiste immer wieder auf.

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„Die Rahmen der Brücke-Künstler“ auf der Exponatec 2015

Eines unserer Hauptinteressen bei WERNER MURRER RAHMEN sind Expressionistenrahmen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen schließlich auch die Künstler in Deutschland ihre Rahmen vermehrt selbst zu gestalten. Der Wunsch, dass Bild und Rahmen in Harmonie zueinander stehen sollten, veranlasste sie für ihre Rahmen eigene Profile zu entwerfen, sie mit Ornamenten zu verzieren und die Oberflächen mit Bronzen und anderen farbigen Fassungen zu tönen. Besonders die Maler der Künstlergruppe Brücke setzten sich intensiv mit der Gestaltung ihrer Bilderrahmen auseinander, die schließlich zu einem wesentlichen Bestandteil ihres künstlerischen Ausdrucks wurden.

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Bei der Ausstellung der Gruppe in den Räumen der Galerie Arnold in Dresden im Jahr 1910 erkennt man deutlich die einfachen, flachen Profile der Rahmen von Kirchner, Schmidt-Rottluff und Erich Heckel. Max Pechsteins „Tanz“ ist dagegen von einem für die Gruppe untypischen opulenten Goldrahmen im Barockstil umgeben. (Foto: Ernst Ludwig Kirchner)

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Manufakturen@Tag des Handwerks

Nach unsere Rahmen is ja janz Berlin verrückt! Am 19. September 2015 ist der bundesweite Tag des Handwerks und in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) präsentieren sich die herausragendsten Manufakturen Deutschlands. Als einziger Rahmenhersteller zeigen wir in der gläsernen Manufaktur unser Können. Auf dem von der Initiative Deutscher Manufakturen ­– Handmade-in-Germany organisierten Aktionstag gibt es, wie der Name schon sagt, viele Möglichkeiten, selbst Hand an zu legen – von 10 bis 18 Uhr in der Wegelystraße 1 im KPM Berlin.

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Renoir-Rahmen für die Albertina

Die Albertina in Wien ist schon seit langen Jahren treuer Kunde unseres Hauses. Wir lieben den Wiener Schmäh aber Sandler sind wir keine, auch wenn wir das Sandeln meisterhaft beherrschen. Dabei handelt es sich um eine traditionelle Vergoldertechnik, mit der wir den Renoir-Rahmen der Sammlung Batliner verzierten: Nachdem der Rahmen vergoldet und patiniert worden ist, lackieren wir einen Teilbereich. Die feuchte Oberfläche wird sodann mit feinem Sand bestreut. So entsteht eine strukturierte Oberfläche im Stil des 19. Jahrhunderts, die perfekt zu dem Mädchenbildnis von 1879 passt – ganz edel und gar nicht abgesandelt.

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