Wie Phoenix aus der Asche: Georg Phillip Wörlen
Museum moderner Kunst Passau

Zwei Bildern von Georg Philipp Wörlen im Museum Moderner Kunst Passau fehlten die Rahmen. Die besondere Herausforderung lag darin, die neuen Rahmen in Ausfertigung und Erscheinung möglichst nah an die Originale aus den Zwanziger- und Vierzigerjahren heran kommen zu lassen. Deshalb galt es zu beachten, dass sich Wörlens Stil während seines Schaffens stark veränderte.

In Zusammenarbeit mit der Diplomrestauratorin Julia Schmidt und dem Museum stellten wir handgefertigte Rekonstruktionen der originalen Künstlerrahmen her. Nicht nur Material und Form, auch den schwarzen Lack für das Gemälde aus Wörles expressionistischer Phase der 1920er prüften wir in der direkten Gegenüberstellung. Nun können seine farbenfrohen Werke ab November 2015 in der Ausstellung ihre volle Kraft entfalten.

woerlenPräsentation

Egon Schiele und die Hoffmannleiste

Im Briefverkehr Schieles finden sich drei von ihm selbst gezeichnete Rahmenprofile. Bei den Profilzeichnungen aus den Jahren 1916 und 1917 handelt es sich um eine sogenannte „Hoffmannleiste“. Josef Hoffmann entwarf zwar zahlreiche Rahmenprofile, doch vor allem die einfache, nach ihm benannte Hoffmannleiste setzte sich bei den österreichischen Künstlern durch. Der gelängte Halbrundstab, der in seiner Form auf das Wesentlichste reduziert ist, steht im starken Kontrast zu den opulenten Goldrahmen, die im 19. Jahrhundert noch vorherrschend waren. Zahlreiche Gemälde Schieles sind noch heute mit einer originalen Hoffmannleiste gerahmt und auch auf fotografisch festgehaltenen Ausstellungsansichten sowie in zeitgenössischen Beschreibungen taucht die schmale Leiste immer wieder auf.

Hoffmannleiste

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„Die Rahmen der Brücke-Künstler“ auf der Exponatec 2015

Eines unserer Hauptinteressen bei WERNER MURRER RAHMEN sind Expressionistenrahmen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen schließlich auch die Künstler in Deutschland ihre Rahmen vermehrt selbst zu gestalten. Der Wunsch, dass Bild und Rahmen in Harmonie zueinander stehen sollten, veranlasste sie für ihre Rahmen eigene Profile zu entwerfen, sie mit Ornamenten zu verzieren und die Oberflächen mit Bronzen und anderen farbigen Fassungen zu tönen. Besonders die Maler der Künstlergruppe Brücke setzten sich intensiv mit der Gestaltung ihrer Bilderrahmen auseinander, die schließlich zu einem wesentlichen Bestandteil ihres künstlerischen Ausdrucks wurden.

BrückeAusstellungArnold

Bei der Ausstellung der Gruppe in den Räumen der Galerie Arnold in Dresden im Jahr 1910 erkennt man deutlich die einfachen, flachen Profile der Rahmen von Kirchner, Schmidt-Rottluff und Erich Heckel. Max Pechsteins „Tanz“ ist dagegen von einem für die Gruppe untypischen opulenten Goldrahmen im Barockstil umgeben. (Foto: Ernst Ludwig Kirchner)

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