„Die Rahmen der Brücke-Künstler“ auf der Exponatec 2015

Eines unserer Hauptinteressen bei WERNER MURRER RAHMEN sind Expressionistenrahmen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen schließlich auch die Künstler in Deutschland ihre Rahmen vermehrt selbst zu gestalten. Der Wunsch, dass Bild und Rahmen in Harmonie zueinander stehen sollten, veranlasste sie für ihre Rahmen eigene Profile zu entwerfen, sie mit Ornamenten zu verzieren und die Oberflächen mit Bronzen und anderen farbigen Fassungen zu tönen. Besonders die Maler der Künstlergruppe Brücke setzten sich intensiv mit der Gestaltung ihrer Bilderrahmen auseinander, die schließlich zu einem wesentlichen Bestandteil ihres künstlerischen Ausdrucks wurden.

BrückeAusstellungArnold

Bei der Ausstellung der Gruppe in den Räumen der Galerie Arnold in Dresden im Jahr 1910 erkennt man deutlich die einfachen, flachen Profile der Rahmen von Kirchner, Schmidt-Rottluff und Erich Heckel. Max Pechsteins „Tanz“ ist dagegen von einem für die Gruppe untypischen opulenten Goldrahmen im Barockstil umgeben. (Foto: Ernst Ludwig Kirchner)

Im Lauf der letzten Jahre haben wir bei zahlreichen Neurahmungen für Museen und Sammler intensive Recherche betrieben und so umfangreiches Material zu den Rahmen und Präsentationsmodi der Brücke-Künstler gesammelt: Unser Team hat Briefe und Notizen der Maler durchforstet, historische Fotografien der Ausstellungen zusammengetragen und die wenigen erhaltenen Originalrahmen in Museen und Sammlungen ausfindig gemacht und dokumentiert, um so den Rahmungsabsichten von Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Otto Mueller auf die Spur zu kommen.

Auf der diesjährigen Sonderschau „Die Rahmen der Brücke-Künstler“ auf der Exponatec in Köln haben wir nun die Möglichkeit dieses Wissen mit RestauratorInnen, KuratorInnen, KunsthistorikerInnen, SammlerInnen und allen Interessierten zu teilen. Zum ersten Mal stehen nicht die Gemälde, sondern die Rahmen der Künstler im Mittelpunkt! Die Rahmen-Exponate aus verschiedenen Museen und unserer eigenen Sammlung zeigen die Bandbreite der unterschiedlichen, charakteristischen Fassungen und Profile der einzelnen Mitglieder. Selbst ohne die zugehörigen Bilder kann man die Rahmen den jeweiligen Künstlern zuordnen: Der auf einen Plattenrahmen aufgesetzte Rundstab entsprang dem Entwurf Schmidt-Rottluffs, die geschnitzten Eckornamente des pechschwarzen Rahmens der Hand Noldes und das schwere Dreiecksprofil ist kennzeichnend für die Rahmen von Otto Mueller.

 

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Von links nach rechts: Rahmen im Stil Schmidt-Rottluffs. Das Profil mit aufgesetztem Rundstab entspricht der Skizze des Künstlers. Originaler Nolde-Rahmen mit geschnitzten Eckornamenten, der zu dem verlorengegangen Bild „Sultan und Dame“ aus dem Jahr 1919 gehörte. Schwarzer Rahmen mit Dreiecksprofil, das wiederholt von Otto Mueller verwendet wurde. (Eigentum und Foto: WERNER MURRER RAHMEN)

Vom 18.-20. November haben Sie die Möglichkeit die Ausstellung auf der Exponatec in Köln zu besuchen. Wir freuen uns auf Sie!

Die Sonderschau finden Sie in Halle 3.2. Stand B68. Weitere Informationen zur Ausstellung und den Rahmen der Brücke-Künstler können Sie in der aktuellen Ausgabe von Museum technologies lesen.

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