UNZERTRENNLICH. Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler

Brücke-Museum, Berlin, 15. November 2019 – 13. März 2020
Buchheim Museum, Bernried am Starnberger See, 28. März – 5. Juli 2020

Die Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Emil Nolde, Otto Mueller und Max Pechstein nahmen die Rahmung ihrer Werke oft selbst in die Hand, wodurch charakteristische, auf das Bild abgestimmte Rahmen entstanden. Plattenrahmen, Halbrundstäbe, Giebelprofile, farbig gefasste, geschnitzte oder gekerbte Rahmen sind nur einige Beispiele für die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Für die Künstler der „Brücke“ formten Bild und Rahmen eine Einheit – dies ist auch für WERNER MURRER RAHMEN selbstverständlich. Seit über 30 Jahren beschäftigen wir uns mit der Kunst des richtigen Rahmens und können dabei auf die Expertise von einem Team aus Kunsthistorikern, Schreinern, Vergoldern, Buchbindern, Glasern, Holzbildhauern und Künstlern zurückgreifen. Aus dieser langen Auseinandersetzung mit dem Thema geht nun die Ausstellung „UNZERTRENNLICH. Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler“ hervor.

Ernst Ludwig Kirchners „Bildnis des Dr. Carl Hagemann“ (1928/32, Städel Museum Frankfurt) in farblich passend gefasstem Künstlerrahmen. Dass Rahmen für Kirchner eine wichtige Rolle gespielt haben zeigt auch das kleine gerahmte Bild, das im Gemälde links zu sehen ist.

Die vorbereitende Forschung für die Ausstellung konnte zu einem großen Teil in den eigenen Räumlichkeiten erledigt werden: WERNER MURRER RAHMEN verfügt über einen großen Fundus von mehreren Tausend originalen Rahmen, genauen Profilzeichnungen und Musterwinkeln nach historischem Vorbild, eine umfassende Fachbibliothek sowie ein digitales Bildarchiv mit derzeit 99.000 Fotos. Dabei spielen insbesondere Originalfotografien von Ausstellungen eine wichtige Rolle, da leider in den meisten Bestands- und Ausstellungskatalogen sowie in den Werkverzeichnissen sämtliche Kunstwerke ohne ihre Rahmen abgebildet sind – eine Praxis, die bis heute so gehandhabt wird und diesen blinden Fleck weiter tradiert.

Recherchen in den Depots und Archiven von zahlreichen Museen sowie in Privatsammlungen im In- und Ausland förderten neues Wissen zu Tage und geben einen – wenngleich noch unvollständigen – Überblick über das Ausmaß der noch bestehenden originalen Rahmen der Brücke-Künstler. Im Zuge dieser Recherchen war es nun unter anderem möglich, Gemälde, die seit Jahrzehnten von ihren Künstlerrahmen getrennt waren, wieder mit ihren originalen Rahmen zusammenzuführen. Somit können diese „Gesamtkunstwerke“ endlich wieder als Ganzes gezeigt werden und eröffnen dadurch neue Perspektiven – für die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung, aber auch für die kunsthistorische Forschung.

Katalog zur Ausstellung "UNZ_ERT_ENN_LICH. Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler"
Der Katalog zur Ausstellung „UNZERTENNLICH. Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler“

Der Ausstellungstitel UNZERTRENNLICH spiegelt wider, was für WERNER MURRER RAHMEN schon immer offensichtlich war: der Rahmen komplementiert – insbesondere bei der „Brücke“ – das Kunstwerk und kann daher nicht davon separiert werden. Die Ausstellungen sollen nun dazu beitragen, dass die Gemälde nicht mehr völlig isoliert betrachtet, sondern zusammen mit ihrem Rahmen als eine Einheit wahrgenommen werden. Wir freuen uns darauf, das Wissen und die Erfahrung, die wir durch intensive Beschäftigung und Forschung in diesem Bereich gesammelt haben, durch die Ausstellungen und den begleitenden Katalog weitergeben zu können.

Die Ausstellung wird im Brücke-Museum in Berlin sowie im Buchheim Museum in Bernried zu sehen sein.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie auf www.bruecke-rahmen.de.