Vortrag
14.05.2020

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Rahmen vermehrt als Bestandteil des Bildes gesehen. Diese Entwicklung begann mit eigenen Konzepten und Ideen für die Rahmung, setzte sich fort mit konkreten Entwürfen, die Künstler zur Fertigung in Auftrag gaben, und gipfelte schließlich in der eigenhändigen Herstellung von Künstlerrahmen.

Die Ausstellung zu den Rahmen und Bildern der Brücke-Künstler, die zuerst im Brücke-Museum in Berlin (16.11.2019 bis 15.3.2020) und danach im Buchheim Museum in Bernried (28.3. bis 5.7.2020) zu sehen sein wird, beleuchtet zum ersten Mal die originalen Rahmen der Künstler Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Emil Nolde, Otto Mueller und Max Pechstein und ihre Einbindung in die Gesamtkomposition ihres Werks. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Rahmen der Brücke-Künstler, die mit Farbe, Bronze oder auch geschnitzten Elementen individuell gearbeitet sind, einschlägige Beispiele für die Künstlerrahmen des Expressionismus.

Die beiden Ausstellungen geben den Anlass zu einem zweitägigen Symposium, bei dem das Thema »Künstlerrahmen« umfassend diskutiert werden soll. Dabei liegt der Schwerpunkt im Zeitraum von 1880 bis zu den späten 1930er. Das Spektrum der Beiträge ist dabei breit gefächert, um einen umfassenden Überblick über das Thema zu geben und beinhaltet unter anderem die Entwicklung des Künstlerrahmens, seine Funktion und Rezeption sowie restauratorische und handwerkliche Aspekte.

Das für den 14. und 15. Mai 2020 geplante Symposium in der Pinakothek der Moderne München und im Buchheim Museum in Bernried musste coronabedingt leider abgesagt werden.