Ausstellung
05.11.2015

Der Chemiker Michel-Eugène Chevreul schrieb 1839: »Jeder Künstler täte gut daran, seinem Bild selber die Rahmung zu wählen, die sich am besten für eine richtige Präsentation eignet.« Viele Künstler des 19. Jahrhunderts folgten seinem Rat und bezogen ihre Rahmen immer mehr in die künstlerische Gestaltung mit ein.

Zwei besonders prominente Beispiele von Künstlerrahmen sind Vincent van Goghs gelb bemalter Rahmen seines Stilllebens Quitten, Zitronen, Birnen und Trauben aus dem Jahr 1887 und Edvard Munchs Rahmen um sein Werk Metabolismus aus dem Jahr 1899, der vom Künstler mit geschnitzten Reliefs versehen wurde.

 

Gogh Stillleben
Munch Metabolismus

 

Im Vergleich wird deutlich, dass es sich hier um zwei Beispiele ganz verschiedener Gruppen von Künstlerrahmen handelt: Während van Gogh mit seinem Rahmen die formalen Aspekte des Werks, nämlich Farbe und Pinselduktus, unterstreicht, vervollkommnen die figürlichen Elemente in Munchs Rahmen die Komposition und erweitern sie um eine weitere Bedeutungsebene.

 

Die Kunsthistorikerin Marei Döhring hat die Rahmungsabsichten beider Künstler miteinander verglichen und wird im Rahmen eines Symposiums, das die Ausstellung Munch: van Gogh begleitet, ihre Forschungsergebnisse präsentieren.